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Eric Frenzel schreibt in Schonach Skigeschichte - Fabian Rießle stürzt

19.03.2017

Nordische Kombination: Historischer Erfolg für Eric Frenzel. Beim Weltcup-Finale in Schonach hat der 28-jährige Sachse Skigeschichte geschrieben und als erster und bislang einziger Kombinierer zum fünften Mal in Folge den Gesamtweltcup in der Nordischen Kombination gewonnen.

Nach dem Springen noch auf Rang acht, arbeitete sich der Oberwiesenthaler Runde für Runde nach vorne und feierte am Ende einen grandiosen zehnten Saisonsieg. Rang zwei in der Tageswertung erkämpfte sich der Franzose Francois Baud, der mit einem Rückstand von 7,7 Sekunden das Ziel erreichte. Der dritte Podestplatz ging an den Japaner Akito Watabe, der damit noch Lokalmatador Fabian Rießle in der Weltcup-Gesamtwertung den Bronzeplatz entriss. Und schließlich gab es für das DSV-Team noch einen Grund zum Feiern. Bereits zum dritten Mal in Folge holte sich das Team von Bundestrainer Hermann Weinbuch auch die Nationenwertung. Insgesamt verfolgten über 10.000 Zuschauer den dramatischen Show-Down im Schwarzwälder Skidorf.

Fabian Rießle stürzt nach 102 Metern 

 

Was war das für ein Finale. Eric Frenzel hat es tatsächlich geschafft. Er wollte den Gesamtsieg und hat mit den letzten Körnern einer langen und kräftezehrenden WM-Saison dafür gekämpft. Vor dem Zieleinlauf hatte er sogar noch Zeit dafür sich eine deutsche Fahne zu organisieren, um nach der Ziellinie mit einem Jubelschrei erst einmal für einen Moment im kühlen Schnee abzutauchen. „Die letzten Wochen waren schon enorm anstrengend, aber ich wollte unbedingt den Gesamt-Weltcup“, erklärte der zweifache Weltmeister von Lahti mit funkelnden Augen. Das begeisterte Schonacher Publikum skandierte „Oh, wie ist das schön“.
 

Die Ausgangslage: Nach seinem Sturz am Samstag hätte sein Widersacher Johannes Rydzek das letzte Saisonrennen gewinnen müssen, Frenzel maximal Fünfter werden dürfen, um selbst noch die große Kristallkugel gewinnen zu können. Rydzek riskierte auf den 7 x 1,5 Kilometer langen Schleifen alles, führte lange und musste dann einer brutal langen Saison Tribut zollen. Nachdem Frenzel zum Triumphator von Lahti aufgeschlossen hatte, war klar, dass das der Oberstdorfer nicht mehr gewinnen kann. Rydzek wurde am Ende Neunter. „Heute wäre es besser gewesen, wenn es nur fünf Runden gewesen wären. Eric ist ein absolut verdienter Weltcup-Gesamtsieger“,  zeigte der Rekordweltmeister Größe in der Niederlage.

Tobias Simon gewinnt Kombinationsspringen
 

Mit der Tagesbestweite von 104,5 Metern hatte überraschend Tobias Simon (SZ Breitnau) das Springen von der Langenwald- schanze gewonnen und mit einem Vorsprung von 27 Sekunden auf Johannes Rydzek das letzte Saisonrennen aufgenommen. Auf der schweren, sulzigen Schneedecke war der 24-jährige Breitnauer schon bald von der Konkurrenz eingeholt und stieg nach Runde fünf gar aus dem Wettbewerb aus.

 

Dramatik pur und über 10 000 Zuschauer in Schonach

 

Schmerzlich und dies im doppelten Sinne endete das Weltcupfinale für Fabian Rießle. Der Team-Weltmeister sprang auf 102 Metern. Dabei verkantete der 26-jährige jedoch bei der Landung und stürzte – auf Rang 38 und mit umgerechnet 1,51 Minuten Rückstand war er wie am Vortag ohne jede Möglichkeit um noch in die Entscheidung um die Podestplätze eingreifen zu können. „Ich habe mir ein paar Prellungen zugezogen, aber im Rennen vergisst man das“, ärgerte sich der Kombinierer der SZ Breitnau nach Rang 15 in der Tageswertung noch mehr den dritten Platz in der Gesamtwertung verloren zu haben.
 

Weltcuppunkte gab es zum Saisonausklang auch für Manuel Faisst (SV Baiersbronn) auf Rang 19. Ach ja: Einen weiteren Sieger außerhalb jeder Zeitnahme und Weitenmessung gab es auch noch. Für die mehreren hundert ehrenamtlichen Helfer gab es Lob aus berufenem Munde: „Danke Schonach, dass ihr dieses Weltcupfinale hier möglich gemacht habt“, erklärte Eric Frenzel über das Stadionmikrofon vor den Fans und den Verantwortlichen des Schonach. (joh)